Alsleben’s Adventskalender: 5. Dezember: Gefühle entstehen durch unsere ureigenen Gedanken über uns selbst und die Welt?!

Alsleben’s Adventskalender: 5. Dezember: Gefühle entstehen durch unsere ureigenen Gedanken über uns selbst und die Welt?!

„Das Glück ist kein leichtes Ding. Nur sehr schwer finden wir es in uns und anderswo gar nicht.“

von Nicolas Chamfort (1741 – 1794)

Jeder wünscht es sich, Glück zu haben, glücklich zu sein und doch sagen immer weniger Menschen, dass sie es wirklich haben: das Glück oder glücklich sind. Doch oft ist es nur eine Frage der Wahrnehmung. Liegt also in dem Menschen selbst.

Da fliegen wir extra tausende Kilometer, um etwas zu finden oder jemandem oder aus dem Weg zu gehen. Zum Beispiel dem Weihnachtsfest an sich oder dem Verhalten der Familie oder wem oder was auch immer zu entkommen. Und dann kommen wir an und was ist, genau so ein Verhalten oder Weihnachtslieder/Weihnachtsbaum werden uns in unser Leben gestellt.

Wissen Sie warum?

Man kann nicht vor sich selbst fliehen!

Man hat sich selbst mitgenommen und sein unbewusstes Denken und daraus resultierend auch die eigenen Gefühle.

Vielleicht ist es das, was wir dieses Jahr lernen müssen, uns um unser Unbewusstes zu kümmern. Immer wieder wurden und werden wir in diesem Jahr 2020 daran gehindert uns abzulenken. Keine Gastronomie, keine Treffen mit anderen, keine Massenveranstaltungen und auch keine Seminare. Nichts ausser unserem Zuhause und dort auch möglichst keinen Besuch empfangen. Also wenn man jetzt mit einem Partner zusammen lebt, den man zwar gewohnt ist, oder auch wenn man einfach nur ein Leben lebt, das nicht den eigenen Vorstellungen entspricht, dann wird es ungemütlich.

Doch wer kann immer zu jeder Zeit etwas daran ändern, ausser man selbst.

Das Schicksal hat uns gezwungen und zwingt uns wieder nur mit uns selbst und dem eigenen Haushalt Zeit zu verbringen. Da kommen Gefühle hoch, vor denen man sonst so gut zu Bekannten, in die Gastronomie und wo auch immer sonst wohin flüchten konnte.

Ein Entfliehen vor ungewünschten Umständen ist jetzt dieses Jahr fast nicht möglich. Wir sind gezwungen unsere Lebenswirklichkeit einem Check zu unterziehen.

  • Ist dies das Leben, was ich immer leben wollte?
  • Lebe ich mein Leben nach meinen Vorstellungen?
  • Habe ich die Macht über mein eigenes Leben?
  • Kann ich mir vorstellen in einem Jahr auch noch so zu leben (beruflich, beziehungsmäßig, wohnortmäßig usw.)?

Wenn die Antworten immer „Ja“ lauteten, dann sind Sie wahrscheinlich auch jemand, der sich nicht auf das Wochenende freut, sondern jeden einzelnen Tag genießt.

Wenn  ihr Reflex sofort „Nein um Gotteswillen“ war oder Sie sich auf Freitag freuen oder den Urlaub ersehnen oder ihr Leben auf die Zeit in der Rente verschieben,  dann sind Sie mit dem Artikel angesprochen

Wie sagt Wayne Dyer in seinem Buch „ Der wunde Punkt“ : „Glücklich sein ist einfach, aber lernen, nicht unglücklich zu sein , kann ungeheuer schwierig werden“

Wir haben nie bewusst gelernt auf eine positive Art über uns und die Welt zu denken!

Dabei sind es unsere ureigenen Gedanken in unserem Leben, die angenehme oder unangenehme Gefühle verursachen. Nicht andersherum!

Nein im Gegenteil, es ist uns als Kind geradezu aberzogen worden positiv zu denken. Hinzu kommt, dass wir seit der kleinsten Kindheit auch noch Überzeugungen und Gedankensätze von unseren Eltern /Großeltern, bzw. anderen Erwachsenen übernommen haben. Diese Glaubenssätze, Überzeugungen müssen uns gar nicht bewusst sein, trotzdem wirken sie immer aus dem Unterbewusstsein in unser Leben hinein. Darum ist es wichtig sich diese zunächst einmal bewusst zu machen.

Denn unsere Gefühle entspringen aus den von uns gedachten Gedanken über die äußeren Situationen und nicht von den äußeren Umständen als solches.

Wenn ich zum Beispiel mich über meine Lebenssituation beschwere, dann sehe ich in diesem Moment nicht, dass nur ich etwas daran ändern kann. Die Wut hilft mir dabei sogar, denn sie gibt mir Energie etwas hin zum Gewünschten zu korrigieren.

Wenn man nichts ändern kann, dann könnte man sich die positiven Seiten aufzählen:

  • ungeliebter Job: man bekommt Geld, damit man leben kan oder das Betriebsklima ist gut oder…
  • ungeliebter Partner: sich zu überlegen, warum man dann mit demjenigen zusammen ist? z.B. man ist nicht allein, oder man mag sich, kocht gut, Sex ist klasse usw.
  • ungeliebter Wohnort: man hat nette Nachbarn, Haus ist toll, Lebenshaltungskosten sind niedrig usw.

 Das sind natürlich nur ein paar Beispiele.

Wenn es jedoch keine positiven Aspekte gibt oder die negativen Punkte schwerwiegender sind, dann sollte man sich überlegen, was man selbst machen kann.

Aber die Grundfrage bleibt, warum ändert man nichts oder lässt alles mit sich machen, obwohl einem die Gefühle schon Auskunft geben über das eigene Denken und auch Können.

Beispiele:

 A hat Verabredung zu bestimmten Zeitpunkt mit B. A ist zum Zeitpunkt da und wartet und wird nach einer Stunde  sauer. Der Grund liegt aber nicht im Warten, denn A könnte sich ja entscheiden zu gehen und dies B freundlich mitteilen. Die Wut entsteht also durch das eigene Denken über das Tun des Anderen und das eigene Warten.

Oder X nennt Y einen Loser. Y wird wütend. Hier ist die Quelle der Wut von Y nicht X und seine Einschätzung, sondern das eigene Denken über sich selbst. Jemand, der innerlich wirklich weiß, dass er kein Loser ist, wird über so einen Satz nur milde lächeln und sich nicht angesprochen fühlen. Wenn Y aber aus früheren Kindheitszeiten das ihm vollkommen unbewusste Denken hat, dass er nie ein Gewinner sein wird, dann hat dieser Satz bei Y etwas aktiviert, angetriggert, wie man heute so schön sagt.

Wenn wir uns abgewöhnen wollen, zum Beispiel Trauer darüber zu fühlen, was ein anderer über uns sagt, dürfen wir uns zunächst folgendes bewusst machen:

Der Andere sagt etwas!

Dann denken wir über dieses Gesagte etwas.

Und nur dieser unser ureigener Gedanke über das vom Gegenüber gesagte, der erzeugt das positive oder negative Gefühl in uns.

Jeder von uns ist selbst der Ursprung der Gefühle gegenüber anderen.

Wer erzeugt nun die Gefühle bei einem Menschen, wenn Sie ihn angelächelt haben und ihn gegrüßt haben und er macht ein abweisendes wütendes Gesicht? Sie? Nein, er selbst!

Denn dieser Mensch hat vielleicht Glaubenssätze in sich, wie zum Beispiel „Alle Menschen sind schlecht“, „andere Menschen wollen immer etwas von mir“ und zeigt daraufhin negative Gefühle Ihnen gegenüber. Wie zum Beispiel ein unfreundliches Gesicht oder sagt „Was wollen sie von mir? Lassen Sie mich in Ruhe“.

Wenn Sie nun daraufhin wütend werden, haben Sie wiederum ein unbewusstes Denken über das Gesagte des Anderen, das bei Ihnen nun Wut hervorruft.

Er hat jetzt bei Ihnen einen Knopf gedrückt. Vielleicht, dass Sie als Kind Ihren Eltern oft etwas ganz tolles erzählen wollten und die haben nur gesagt „störe mich nicht“, und Sie waren enttäuscht.

Auf dieses Beispiel komme ich deshalb, weil ich mir in den Jahrzehnten, die ich jetzt in Oberbayern wohne, dieses Grüßen mit „Grüß Gott“ mit Lächeln beim Wandern, angewöhnt habe. Denn es ist hier seit Jahrhunderten so Usus und wird auch heute noch so gemacht. Nun als ich bei meinem Bruder in Berlin besser gesagt in Brandenburg zu Besuch war, ist mir dieses Grüßen samt Lächeln unbewusst auch immer wieder raus gerutscht, und da wurde ich oft vollkommen entgeistert angesehen und man sah geradezu den Gedankensatz „Oh je was will die denn jetzt von mir“.

Ich weiß, es ist anstrengend, sich seiner Gedanken bewusst zu bleiben, um so auf die Quellen der eigenen Gefühle und somit des eigenen Unglücklichseins oder Zufriedenseins zu kommen.

Wenn Sie jedoch wissen, dass Ihr Glück nur von Ihren eigenen Gefühlen, bzw. Gedanken abhängt, dann ist das doch ein Ansporn, oder?

Ihre ureigenen Gedanken, die Sie in sich haben, rufen Ihre Gefühle hervor. Wenn Sie traurig sind, dann haben sie Gedanken der Trauer in sich. Wenn Sie glücklich sind, haben Sie Gedanken des Glücks in sich.

Was Sie fühlen, ist abhängig von den Gedanken und Kernüberzeugungen, die Sie selbst über sich und die Welt, in sich haben.

Deshalb suchen Sie nicht im Außen nach Glück, denn da werden Sie es nie finden.

Nur in sich selbst können Sie darauf stoßen, wenn Sie dort bewusste oder unbewusste glückverheißenden Gedanken und Überzeugungen haben.

Ihre Brigitte H. Alsleben

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