Alsleben’s Adventskalender: 12. Dezember: Erst Vergebung, Selbsterkenntnis und Liebe überwinden den Krieg!

Alsleben’s Adventskalender: 12. Dezember: Erst Vergebung, Selbsterkenntnis und Liebe überwinden den Krieg!

„Vergebung ist ein Geschenk, das wir uns selbst machen.“

Verfasser unbekannt

 

Denn um den Frieden zu bekommen, bedarf es Aussöhnung und die setzt unbedingt Vergebung voraus.

Doch was ist überhaupt Vergebung?

Laut wikipedia ist Vergebung eine „mentale Reaktion einer Person auf ein tatsächliches oder angenommenes Fehlverhalten einer anderen Person, durch die der Vergebende– unabhängig von Fragen nach Schuld, Schwere oder den Folgen der Tat – die menschliche Unvollkommenheit anerkennt, um das Geschehene akzeptieren zu können.“ 

Können Sie jedem vergeben, egal was er gemacht hat?

Egal was er gemacht hat? Nein!“

Auch wenn Sie wüssten, dass Sie sich selbst mit diesem unversöhnlichen Verhalten am meisten schaden? Aber auch Ihre eigene Lebensrealität mit Ihrer Verbitterung oder Gnadenlosigkeit verschlechtern? Denn, wenn Sie mit sich selbst vollkommen im Reinen wären, würden Sie solche Situationen oder diese Menschen gar nicht in Ihr Leben ziehen. Also noch mal die Frage: Können Sie jedem vergeben, egal was er gemacht hat, wenn Sie wüssten, dass Sie sich mit diesem unversöhnlichem Verhalten selbst am meisten schaden?

Ich schade mir nicht. Ich habe das ja nicht gemacht.“

Doch, Sie selbst schaden sich am meisten. Zunächst durch Krankheitssymptome, aber das ist ein anderes Thema. Dann, dass, wie schon eben angedeutet, Sie solche Menschen immer wieder in Ihr Leben ziehen, da Sie es bearbeiten sollen. Bearbeiten oder besser gesagt Vergeben, heißt auch nicht, dass Sie zu der Person hingehen und sagen „na jetzt vergebe ich Ihnen noch ein Mal, aber dann ist aus“. Für mich heißt Vergebung, dass Sie nochmal in die Episode reingehen, fühlen, was Sie gefühlt haben. Ohnmacht oder anderes. Lassen Sie es zu. Durch das Fühlen und Zulassen, können unterdrückte Emotionen aus Ihrem Unterbewusstsein kommen und werden sich körperlich nicht mehr als Symptome zeigen.

Ich war so verletzt und wütend, und ich konnte mich mich nicht wehren das kann ich nicht vergessen!“

Und jetzt sind Sie erwachsen, sie sind nicht mehr das kleine Kind, das übergangen oder sogar mißhandelt worden ist. Haben Sie schon mal überlegt, warum der andere Mensch so war, wie er war?

Nein, eher nicht, aber das interessiert mich auch nicht. ich möchte nicht über diesen Menschen sprechen.“

Es ist Ihr Wohlergehen und Ihre Zukunft, die davon abhängt zu verzeihen und sich selbst aus dem Kreislauf der Knöpfedrücker zu befreien. Dazu ist es hilfreich, dass Sie sich einmal die Lebensgeschichte der Person ansehen, wo sie das erste Mal dieses Ohnmachtsgefühl hatten.

Ich war jahrzehntelang wütend auf meine Großmutter, dass sie, als ich zwei oder drei war, so lieblos gewesen ist und auch später meinte, sich Freundlichkeit bei mir mit Geld und Süßigkeiten erkaufen zu können. Doch gerade beim Schreiben des Beitrags ist mir klar geworden, warum meine Großmutter war wie sie war und es war eine unheimlich erleichternde Erkenntnis und ich konnte meinen Frieden mit ihr machen und das obwohl sie schon seit 1988 tot ist. Denn das erkennen, dass es nicht das war, dass sie mich für wertlos hielt, dass sie mich als Dreijährige sehr schädigend behandelt hat, oder dass sie mich nicht liebte, als sie mir Geschenke anbot gegen Freundlichkeit. Das erste, hatte seine Ursache darin, dass sie Kinder bekommen musste, weil es damals einfach nicht anders ging. Immer, wenn mein Großvater Heimaturlaub vom Krieg hatte, kam 9 Monate später ein Kind. Ansonsten, war er wohl eher mit seiner Arbeit, Kartenspielen und seinen Männerabenden beschäftigt. Und sie hatte sich um alles zu kümmern, als er wieder als Soldat kämpfen musste und sie mit dem nächsten Kind schwanger zurückließ. Und Sie war selbst lieblos als Kind behandelt worden. Ihr eigene Mutter ist gestorben , als sie ganz klein war und ihr Vater hatte eine Witwe mit Kindern geheiratet, die sie sehr stiefmütterlich behandelt hat und die Stiefgeschwister, die älter waren haben sie ewig gepiesakt. Keiner stand zu ihr. Sie wollte sich Liebe mit ihren Geschenken bei uns erkaufen, da sie sich selbst nicht vorbehaltlos liebte. Sie hat unbewusst einfach weitergegeben was sie gewohnt war. Denn Ihre Kinder, meine Mutter und deren Geschwister hat sie genau so schlecht behandelt und uns Enkel auch, wenn wir ihr einfach aufs Auge gedrückt wurden. Da hatte sie dann wieder ihre Ohnmacht gefühlt.

Niemand ist als fiese Mutter, brutaler Vater, Verbrecher oder einfach als missgelaunte Schwiegermutter auf die Welt gekommen, sondern als liebendes, selbstbewusstes Baby, bis es merkte, leider viel zu früh, dass es nicht so richtig sei, wie es ist.

Aber was hat das alles mit meiner Energie zu tun?“

Diese Gefühle Ohnmacht,Wut, Angst, Trauer usw. sind in Ihnen, wenn Sie öfter in solche Lagen geraten, dass Sie etwas aufregt. Sie sind Ihnen nicht bewusst, doch schwingen sie immer mit. Ihr Unterbewusstsein wird Ihnen immer wieder Situationen vor die Füße werfen, damit Sie dieses Gefühl der Ohnmacht endlich zulassen und somit frei lassen können

Dann werden die unsäglichen Vorfälle mit der vermeintlich furchtbaren Partnerin, dem Mistkerl von Freund, Idiot von Chef, Halsabschneider von Vermieter, dem unverschämten Nachbarn wie ein Wunder aus Ihrer Lebensrealität entschwinden.

Um dem Hass eines anderen, die eigene Vergebung und somit Liebe entgegenzubringen, bedarf es jedoch bedingungsloser Selbstliebe oder bedingungsloser Selbsterkenntnis also zu erkennen, dass man auch selbst Wut, Hass, Gier, Neid und jede verabscheute Eigenschaft in sich trägt. Wir alle haben auch diese Wesensarten in uns.

Wir regen uns über gierige Manager auf, haben selbst jedoch oft die „Dollarzeichen“ in den Augen, wenn wir auf Renditeversprechen eingehen und reinfallen.

Oder wenn dem größten Schnäppchen nach der Devise „Geiz ist geil“ nachgejagt wird, ohne daran zu denken, dass irgendwo auf der Welt dafür Menschen für fast nichts das herstellen müssen.

Auch bei schlimmen Taten ist Vergebung wichtig! Überlegen Sie mal, wann Sie gewaltbereit werden könnten? Wenn irgendwo Ihr Knopf der Ohnmacht oder etwas anderes unbewusstes gedrückt wird oder ein von Ihnen geliebter Mensch oder ein geliebtes Haustier angegriffen wird?

Wer selbst seine Eltern, Kinder, Partner oder nächste Angehörige durch Gewalt verloren hat, der wird eher bereit sein, sich dafür zu rächen und zu hassen.

Jedoch man kann sich auch fügen, vergeben und somit dem Teufelskreis entfliehen und Frieden einkehren lassen, wie zum Beispiel meine Vorfahren.

Mein Urahne Gero von Alsleben zum Beispiel: beschrieben in manchen alten Adelschroniken.

Hier Ausschnitt aus [Thietmari Chron. III, c. 9,10]

Jener Graf Gero, der sich noch vor wenigen Wochen der Gunst des Herrschers zu erfreuen hatte, wurde von einem gewissen Waldo der Untreue beschuldigt, daraufhin über Geheiß des Erzbischofs Adalbert von Magdeburg und des Grafen Dietrich von der Nordmark zu Sömmeringen, gefangen genommmen, dann den Söhnen des Grafen Liuthar, Siegfried und Liuthar, in Gewahrsam übergebn. Das von dem Kaiser nach Magdeburg einberufene Fürstengericht entschied auf das Gottesurteil des Zweikampfes. Auf einem Elbewerd treten die Gegner zum Kampfe an. Grauses Ringen erhebt sich, zweimal im Nacken verwundet bringt Waldo mit jäher Wut auf den Beklagten ein und streckt ihn mit wuchtigem Schwertschlag zu Boden. Gero muß seine Kampfunfähigkeit bekennen, in diesem Augenblicke stürzt der Sieger, der seiner Rüstung entledigt und gelabt worden war, jählings tot zur Erde. Nun wird Gero vom Gerichte zum Tode verurteilt und am Abend des 11. August über Geheiß des Kaisers von einem Henker schmachvoll enthauptet. Noch am selben Tage waren Herzog Otto von Bayern und Graf Berthold vom Nordgau, gewiß des Kaisers treueste Anhänger, eingetroffen und hielten mit ihrem Tadel darüber, daß ein tapferer, verdienter Mann von hohem Range in solcher Weise des Lebens beraubt worden war, nicht zurück. Sie standen mit ihrem mannhaften Urteile nicht allein. Schwester und Gemahlin bewahrten dem elend Hingeschlachteten treue Liebe, die sie in unermüdlicher Sorge für das Gedeihen seiner Stiftung (das Klosters Alsleben) betätigten, aber auch nicht zur Familie Gehörige, das ganze Volk waren aufs schmerzlichste berürt. Geros Tochter Athela…, mußte das Haupt ihres Vaters von der Magdeburger Kirche durch Widmung reichlichen Gutes zurückkaufen… In Corvey sah Abt Liudolf, als er am Tage des Kampfes die Frühmesse las, das blutige Haupt des Grafen über dem Altare schweben, tief ergriffen hielt er für Gero das Totengebet und kündigte den Brüdern seinen Hingang an. In der Heimat aber verehrte man den Toten wie einen Heiligen, als später Athela an der Seite des Gemahls in Alsleben beigesetzt wurde, fand man seinen Leichnam mit den Gewändern unversehrt vor … [Thietmari Chron. III, c. 9,10].

Dieser Graf Gero von Alsleben ist mein Vorbild, nicht nach dem hebräischen Rechtssatz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zu handeln, sondern mit Liebe und Vergebung zu leben.

Wer vergibt und nicht mehr den Stein der Verdammnis wirft, hat das verstanden und kann so einen Meilenstein zum Frieden sein.

Ihre Brigitte H. Alsleben

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