Liebe zu sich oder zu anderen ist doch so einfach? Nein, nicht, wenn man unbewusste Glaubenssätze hat.

Liebe zu sich oder zu anderen ist doch so einfach? Nein, nicht, wenn man unbewusste Glaubenssätze hat.

„Die Frauen lieben lange, ehe sie’s gestehen, die Männer lange nicht mehr, wenn sie’s noch beteuern.“

 Emanuel Wertheimer (1846 – 1916)

Vor einiger Zeit las ich dieses Zitat, und ich musste lachen. Denn es hat sich wohl nie etwas verändert. Dabei sind wir doch so viel offener geworden und haben doch eigentlich nichts zu befürchten. Was ist es denn dann, was uns nicht gestehen lässt oder noch so lange beteuern lässt. Es sind, meiner Meinung nach, unsere eigenen alten Glaubenssätze.

Mir geht auch heute noch so.  Obwohl ich schon früh damit Erfahrung gemacht habe, als ich meine wahren Gefühle verschwiegen habe. Das erging mir als junges Mädchen so, weil ich dachte „nein, der lacht dich nur aus“ und Jahre später traf ich genau Denjenigen wieder und was war? Als wir uns lange unterhielten kam heraus, es ging ihm damals genauso. Da fragt man sich, warum nicht gleich mit offenen Karten spielen.

Jedoch hat man leider eben auch seine schlechten Erfahrungen und man fällt auf die Nase und der Andere erwidert die Gefühle nicht. Das ist nicht schön, aber man weiß es dann wenigstens und für die eigene empfundene Liebe muss man sich ja nicht schämen, oder. Wahre Liebe bedeutet ja, dass man andere auch dann liebt,  wenn diese nicht die gleichen Gefühle hegen. Es ist ja schließliche eine wahre Liebe und keine Wenn-Dann- Liebe im Sinne von, wenn Du mich nicht liebst dann liebe ich dich auch nicht mehr.

Wobei ich die Liebesschwüre von Männern, die nicht mehr lieben auch erfahren habe.

Ja so kompliziert machen wir uns oft das Leben.

Statt, dass man einfach dem anderen schreibt oder sagt, „ok ich liebe Dich, ich weiß nicht warum und wieso, ich will es dir einfach nur mitteilen, und es ist alles gut, wenn es bei Dir nicht so ist“, sagt man nichts oder hofft man, dass man mit den berühmten Wink mit dem Zaunpfahl (manchmal auch eher viel Winke mit einer Reihe von Zaunpfählen) zum Erfolg kommt.

Oder andere, die sagen es und werden zum Stalker, wenn deren Liebe nicht erwidert wird. Doch das ist dann keine Liebe, auch wenn Diejenigen es immer wieder behaupten, sondern die eigene Angst genauso gehasst zu werden, wie man sich selbst hasst. Also Selbsthass und akute Selbstunliebe.

Andrerseits auch in der Liebe zu uns selbst, sagen wir Frauen uns  viel später erst, dass wir uns lieben, oder? Ist es nicht vielmehr so, dass wir immer irgendwelche Gründe finden, warum es nicht zur bedingungslosen Liebe für uns selbst reicht?

Das können Männer  auch manchmal viel besser, sich selbst mit allem, trotzallem bedingungslos anzunehmen. Wobei auch hier kommt es auf den Menschen an.

Doch nichtsdestotrotz bin ich der Meinung im Sinne des Sprichwortes, „Mache aus Deinem Herzen keine Mördergrube“, dass man seine Gefühle anderen gegenüber offenlegt, und sich selbst unbedingt bewusst macht. Wobei, diese Worte für alle auch die bedrückenden Gefühle und Meinungen und bei schwelenden Konflikten stehen.

Und das ist besonders wichtig, dass man auch  seine gefühlten Dinge mal sich selbst gegenüber bewusst macht.   Denn irgendwann kommen sie hoch und schaffen sich Gehör.  Gerade auch die unbewussten und oder unterdrückten Überzeugungen. Sie sind da, auch wenn wir sie nicht fühlen wollen.

Ein Zeichen ist zum Beispiel das Sich-Nicht-Trauen die eigene Liebe zu gestehen. Woran könnte es liegen, dass man nichts sagt? Kann es sein, dass man sich selbst für nicht liebenswert hält? Was ist da für eine versteckte Überzeugung aus der Kindheit in einem vorhanden oder wie ich sie nenne eine unbewusste Inkompetenz. Vielleicht „Ich bin es nicht wert geliebt zu werden!“. Und bei dem Mann, der noch seine Liebe beteuert, obwohl er sie nicht mehr fühlt vielleicht „ich muss den anderen Menschen glücklich machen, sonst bin ich egoistisch!“

Doch wer ist der wichtigste Mensch im eigenen Leben? Ja man selbst, aber nie auf Kosten eines anderen Menschen!!! Denn das ist Unterdrückung.

Doch nun zu meinen Überzeugungen als Kleinstkind Gitti, „ich bin weniger wert als meine Halbgeschwister“ oder „mein Vater liebt mich nicht so wie ich bin“ u.v.a. sind ungeprüft und unkontrolliert ins Unterbewusstsein der Erwachsenen Brigitte gelandet. Denn ich konnte ja damals als Dreijährige nicht fragen „Hey was ist los, warum wird um Deinen Bruder, wenn er kommt ein solches Theater gemacht mit Kerze an, X kommt, gemacht?“  oder „Ey warum darf er Dein Spielzeug kaputt machen und seines nicht mal berühren“  oder „warum weint Papi, wenn X nicht kommt und lässt mich links liegen?“und so weiter. Und so hat manch eine  Überzeugung mein Denken und Fühlen immer unbewusst beeinflussen können und durch das Resonanzgesetz mir auch noch regelmäßig Bestätigungen dieser Überzeugung geschickt.

Heute, wo mir das bewusst ist und ich daran arbeiten konnte und noch kann, bin ich in der Lage mich selbst zunächst mal als wichtig zu erachten und nicht erst dann mich anzunehmen, wenn ein anderer mich mag oder liebt.

Andererseits habe ich es auch nicht mehr nötig, mir meine Partner, mit Geld oder mit der Aufgabe meiner eigenen Wünsche zum Bleiben zu animieren. Ich kann warten und führe ein zufriedenes, freudiges Single-Leben, jedoch mit der Lust eine Beziehung einzugehen, wenn sich etwas ergeben sollte. Denn es kommt zusammen, was zusammen gehört. Jetzt liebe ich mich selbst schon so sehr, dass ich mich freue, Liebe an meinen zukünftigen Partner abzugeben und auch annehmen zu können. Denn das war auch ein Problem, wegen des Wertlosigkeitsgefühls, dass ich dachte „na der will doch etwas, wenn er Komplimente und Liebeserklärungen machte“.

Ich hatte durch das Erkennen meiner Kernüberzeugungen die Gelegenheit, mich weiterzuentwickeln. Außerdem kann man sich von Kernüberzeugungen erst dann lösen, wenn man sich ihrer bewusst wird. Und unbewusste Kernüberzeugungen sind oft hinderlich für ein erfülltes Leben.

All dies sind doch Argumente dafür, sich seiner unbewussten Kernüberzeugungen aus der frühesten Kindheit bewusst zu werden, oder?!

Zum Beispiel den Glaubenssatz „Ich muss es jedem Menschen Recht machen, damit man mich mag“ ist  absolut unwichtig. 

„Ob die Anderen mich gut finden, ist nicht entscheidend“ ist das fundamentalste allgemeine Lebensmotto für jeden Menschen.

Denn man kann es nie allen Recht machen!

Doch dazu bedarf es bedingungsloser Selbstliebe und der Fähigkeit auf seine eigenen Sinne zu hören

Dieses selbstbestimmte Leben wäre ein sinnerfülltes Leben, denn Sie persönlich hören auf Ihre Intuition, Anlagen und Ihre gegebenen Fähigkeiten und wenden diese an zum Wohle aller. Zudem übernehmen Sie selbst Verantwortung für Ihre Lebensführung. Sprich Eigenverantwortung.

Und wissen Sie was, das wäre für Sie noch viel gesünder und ist immunisierend. Das psychische Wohlempfinden hat auf den Körper eine entzündungshemmende und stressdämpfendeWirkung.

Bei der Auswertung einer 1992 angelaufenen Langzeitstudie, mit fast 7.000 teilnehmenden US-Amerikaner im Alter zwischen 51 und 61 Jahren, kamen für diese Zeit 2006 folgende wichtige Ergebnisse heraus:

  • „Einsamkeit tötet – sie ist so mächtig wie Rauchen und Alkoholismus“ sagt Robert Waldinger, Leiter der Studie. So sei es der rege Austausch mit Freundeskreis und Familie, der ältere Menschen gesund hält, wie die Studie belegt.
  • Und unter den Studienteilnehmern, die in den folgenden Jahren verstarben, waren weit mehr Menschen, die keinen oder nur einen niedrigen Sinn in ihrem Leben sahen. Die Sterbewahrscheinlichkeit war sogar doppelt so hoch bei den Menschen ohne Sinn im Leben wie bei denjenigen, die ihren Sinn im Leben genau kannten.

Das heißt einen Sinn in seinem Leben zu finden ist lebensverlängernd.

Also nutzen Sie die Zeit, in der wir mehr oder weniger in Einzelhaft sitzen, , damit keinen anstecken, obwohl wir gesund sind und lassen sie uns überlegen, was wir eigentlich wollten? Welchen Sinn wollten wir unserem Leben geben?

Mein Sinn ist es, die bedingungslose Liebe zu sich und somit zu anderen, selbst für mich zu lernen, anzuwenden und dann als Lebensmodell zu verbreiten, weil diese bedingungslose Selbstliebe erst die bedingungslose Liebe zu anderen ermöglicht und dann den Frieden auf dieser Erde erst möglich macht.

Ihre

Brigitte H. Alsleben

 

 

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