Advent 2025: 2. Dezember: Unsere Gefühle zeigen uns, wie wir unbewusst oder bewusst denken! Warum? Darum!
„Viele hörte ich sagen:«Dann wäre ich glücklich!“», aber:«Jetzt bin ich glücklich» vernahm ich noch nie.“
Albert Roderich (1846-1918)
Da reisen manche Menschen Tausende von Kilometern, um etwas zu finden oder jemandem oder etwas aus dem Weg zu gehen. Sie fliehen vor dem Weihnachtsfest an sich oder vor dem Verhalten der Familie. Und dann kommen sie an und was ist, genau so ein Verhalten oder Weihnachtslieder/Weihnachtsbaum werden ihnen in ihr Leben gestellt. Wissen Sie warum? Man kann nicht vor sich selbst fliehen! Man hat sich selbst mitgenommen und sein unbewusstes Denken und die daraus resultierenden ureigenen Gefühle.
Wie sagt Wayne Dyer in seinem Buch „ Der wunde Punkt“ :
„Glücklich sein ist einfach, aber lernen, nicht unglücklich zu sein , kann ungeheuer schwierig werden.“
Wir haben nie bewusst gelernt auf eine positive Art über uns und die Welt zu denken! Dabei ist unser Leben genau das, wozu unser Denken es macht, wenn man Marc Aurel frei zitiert. Denn es sind unsere eigenen Gedanken in unserem Leben, die angenehme oder unangenehme Gefühle verursachen. Nicht andersherum!
Nein im Gegenteil, es ist uns als Kind geradezu aberzogen worden, positiv oder konstruktiv zu denken. Hinzu kommt, dass wir seit der kleinsten Kindheit auch noch Überzeugungen und Gedankensätze von unseren Eltern /Großeltern, bzw. anderen Erwachsenen übernommen haben. Diese Glaubenssätze, Überzeugungen müssen uns gar nicht bewusst sein, trotzdem wirken sie immer aus dem Unterbewusstsein in unser Leben hinein. Man zieht, das an, was man vermeiden will oder vor dem man flieht. Darum ist es so wichtig sich diese unbewusste Denkweise zunächst einmal bewusst zu machen. Denn unsere Gefühle entspringen aus den von uns gedachten Gedanken über die äußeren Situationen und nicht von den äußeren Umständen als solches.
Beispiel: A hat Verabredung zu bestimmten Zeitpunkt mit B. B ist zum Zeitpunkt da und wartet und wird nach einer Stunde sauer. Der Grund liegt aber nicht im Warten, denn B könnte sich ja entscheiden, zu gehen und dies A freundlich mitzuteilen. Die Wut entsteht also durch das eigene Denken über das Tun des Anderen und über das eigene Handeln.
Oder X nennt Y einen Loser. Y wird wütend. Hier ist die Quelle der Wut von Y nicht X und seine Einschätzung, sondern das eigene Denken über sich selbst. Jemand, der innerlich wirklich weiß, dass er kein Loser ist, wird über so einen Satz nur milde lächeln und sich nicht angesprochen fühlen. Wenn Y aber aus früheren Kindheitszeiten das ihm vollkommen unbewusste Denken hat, dass er nie ein Gewinner sein wird, dann hat dieser Satz bei Y etwas aktiviert, angetriggert, wie man heute so schön sagt.
Wenn wir uns abgewöhnen wollen, zum Beispiel Trauer oder Wut darüber zu fühlen, was ein anderer über uns sagt, dürfen wir uns zunächst folgendes bewusst machen:
Die andere Person sagt etwas und wir denken uns unseren Teil über dieses Gesagte hinzu. Und hier könnte das Problem liegen. Denn nur dieser unser ureigener Gedanke über die Worte des anderen, der erzeugt das positive oder negative Gefühl in uns.
Das bedeutet Ihre ureigenen Gedanken, die Sie in sich haben, rufen Ihre Gefühle hervor. Wenn Sie traurig sind, dann haben sie Gedanken der Trauer in sich. Wenn Sie glücklich sind, haben Sie Gedanken des Glücks in sich.
Was Sie fühlen, ist abhängig von den Gedanken und Kernüberzeugungen, die Sie selbst über sich und die Welt, in sich haben.
Wer erzeugt nun die Gefühle bei einem Menschen, wenn Sie ihn angelächelt haben und ihn gegrüßt haben und er macht ein abweisendes wütendes Gesicht? Sie? Nein, er selbst!
Denn dieser Mensch hat vielleicht Glaubenssätze in sich, wie zum Beispiel „Alle Menschen sind schlecht“, „andere Menschen wollen immer etwas von mir“ und zeigt daraufhin negative Gefühle Ihnen gegenüber. Wie zum Beispiel ein unfreundliches Gesicht oder sagt „Was wollen sie von mir? Lassen Sie mich in Ruhe“.
Wenn Sie nun daraufhin wütend werden, haben Sie wiederum ein unbewusstes Denken über das Gesagte des Anderen, das bei Ihnen nun Wut hervorruft.
Der andere Mensch hat jetzt bei Ihnen einen Knopf gedrückt. Vielleicht, dass Sie als Kind Ihren Eltern oft etwas ganz tolles erzählen wollten und die haben nur gesagt „störe mich nicht“, und Sie waren enttäuscht.
Auf dieses Beispiel komme ich deshalb, weil ich mir in den Jahrzehnten, die ich jetzt in Oberbayern wohne, dieses Grüßen mit „Grüß Gott“ mit Lächeln beim Wandern, angewöhnt habe. Denn es ist hier seit Jahrhunderten so Usus und wird auch heute noch so gemacht. Nun als ich bei meinem Bruder in Berlin besser gesagt in Brandenburg zu Besuch war, ist mir dieses Grüßen samt Lächeln unbewusst auch immer wieder raus gerutscht, und da wurde ich oft vollkommen entgeistert angesehen und man sah geradezu den Gedankensatz „Oh je was will die denn jetzt von mir“.
Ich weiß, es ist anstrengend, sich seiner Gedanken bewusst zu bleiben, um so auf die Quellen der eigenen Gefühle und somit des eigenen Unglücklichseins oder Zufriedenseins zu kommen.
Wenn Sie wissen, dass Ihr Glück nur von Ihren eigenen Gefühlen, bzw. Gedanken abhängt, dann ist das doch ein Ansporn, oder?
Deshalb suchen Sie nicht im Außen nach Glück, denn da werden Sie es nie finden.
Wie Nicolas Chamfort (1741 – 1794) schrieb:
„Das Glück ist kein leichtes Ding. Nur sehr schwer finden wir es in uns und anderswo gar nicht.“
Nur in sich selbst können Sie also auf das Glück stoßen, wenn Sie dort bewusste oder unbewusste glückverheißenden Gedanken und Überzeugungen haben.
Ihre
Brigitte H. Alsleben
PS: Wichtiger Hinweis: Meistens nutze ich nur die männliche Form, um den Lesefluss nicht zu behindern. Lesen sie doch meinen Artikel zum Thema Gendern: Gendern einziger Weg zur gegenseitigen Akzeptanz? Nein! Warum? Darum! (Link)