Selbstgenügsamkeit schenkt Freiheit und spart Geld. Warum? Darum!

Selbstgenügsamkeit schenkt Freiheit und spart Geld. Warum? Darum!

Nein, dieser Artikel ist kein Plädoyer für aktive Selbstdisziplin, Verzicht, Askese, Sparen oder sich einzuschränken! Selbstgenügsamkeit plädiert nicht für Einsamkeit oder Gefühlskälte.

Im Gegenteil, Selbstgenügsamkeit zeichnet sich durch innere Stabilität und durch das wohlige Gefühl ein Zuhause in sich selbst gefunden zu haben, aus. Man kann plötzlich allein sein, ohne sich dabei verloren zu fühlen

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, seit ich mit mir allein sein kann, bin ich nicht weniger verbunden – sondern freier in meinen Beziehungen, denn Ich wurde unabhängig von den Erwartungen anderer.

Ich hätte mir gewünscht, dass wir das Konzept der Selbstgenügsamkeit in der Schule schon gelernt hätten. Meine Güte, was habe ich alles als junge Erwachsene schon unternommen, um bloß nicht allein sein zu müssen und mich so von mir selbst ablenken zu können.

Denn wie war es bei mir lange Zeit. Ich muss zugeben erst nachdem 2023, meine Mutter, die auch meine Mitbewohnerin war, gestorben ist, merkte ich, dass es ein himmelweiter Unterschied ist, freiwillig allein oder gezwungenermaßen ohne Kontakte zu sein.

Nicht, weil ich es nicht konnte, sondern weil es sich ungewohnt anfühlte. Wir wohnten schließlich seit 2007 zusammen und wenn ich in meinem Zimmer arbeitete, hörte ich immer mal wieder etwas und plötzlich nach ihrem Tod diese absolute Stille in der Wohnung.

Die Leere in mir selbst zeigte sich und es machte mir klar, dass ich mir selbst auch schon in den Zeiten, wo sie noch gesund war, sehr viel weniger Raum gegeben hatte als ihr. Das war mir bis dahin überhaupt nicht bewusst!

In der Zeit seit 2023, fing ich an zu praktizieren, was ich sonst propagierte, Selbstfürsorge zu betreiben, Selbstmitgefühl mit mir selbst zu haben. 2024, das Jahr, in dem meine kleine Hundedame starb, entdeckte ich dann die Notwendigkeit der Selbstgenügsamkeit. Denn leider kommt diese nicht von allein. Ich wurde, wie oft schon in meinem Leben, durch Umstände in etwas geradezu hineingeworfen. Meine beste Freundin starb, mein Expartner und ein sehr guter Freund sind aus meinem Leben verschwunden, andere konnte ich nicht ertragen und ich war gezwungen eine stabile Verbindung mit mir selbst aufzubauen und mich selbst zu halten.

Ohne diese Zeit, wäre ich lange nicht so weit. Seit 2007 empfand ich es als fast unerträglich, lange ohne Ablenkungen zu leben. Es war, wie ich heute weiß, eine automatische Reaktion auf Überforderung und die eigene innere Leere.

In den letzten drei Jahren habe ich gelernt mit Selbstgenügsamkeit einen kleinen Zwischenraum zu schaffen, einen Moment, in dem ich wieder wählen kann, wie ich reagiere.

Einen weiteren Vorteil habe ich zu schätzen gelernt, dass mit zunehmender innerer Selbstsicherheit auch mein Drang nach ständigem Konsum abgenommen hat. Ich war richtig gern mit mir allein, und fühlte mich dabei so wohl, sodass ich nicht ständig etwas kaufen musste, um mich dann gut zu fühlen.

Dafür nutze ich heute noch eine kleine einfache Übung:

Immer, wenn ich etwas kaufen möchte, halte ich kurz inne und frage mich in diesem Moment: Brauche ich wirklich das – oder brauche ich gerade eigentlich etwas ganz anderes?

Das wirkt sich nicht nur auf meine Finanzen, sondern auch auf mein Gefühl von Selbstwirksamkeit aus. Ich kaufe sehr viel weniger nur aus einem inneren Impuls heraus. Ich suche keine Ablenkung mehr, durch Konsum oder Daueraktivität, einfach weil ich jetzt wieder Freude an Spaziergängen, Lesen, Nachdenken und Forschen habe.

Das erzwungene Alleinsein war im Nachhinein gesehen ein Glücksfall für mich. Ich lernte in diesen Jahren wirklich, Zeit, die ich allein war nicht sofort füllen zu wollen, sondern sie als etwas Kostbares zu sehen.

Selbstgenügsamkeit bedeutet für mich, mich selbst nicht mehr zu verlassen. Aus meiner natürlich gewachsenen inneren Verbundenheit entstand Freiheit – in Beziehungen, im Konsum und in meinem eigenen Lebensrhythmus. Sie ist für mich keine Abkehr vom Leben. Vielmehr ist Selbstgenügsamkeit eine Rückkehr zu mir selbst. Und aus dieser inneren Fülle heraus wird alles andere freiwillig – nicht zwingend notwendig.

Wann haben Sie das letzte Mal Zeit mit sich allein verbracht, ohne sie füllen zu wollen? Nicht um produktiv zu sein, sondern um wirklich wahrzunehmen, wie es Ihnen in Ihrer eigenen Gesellschaft geht.

Hier ist eine kleine Übung, die Sie machen könnten:

Nehmen Sie sich dazu in den nächsten Tagen zehn Minuten Zeit, in denen Sie absolut nichts tun. Kein Handy. Kein Ziel. Beobachten Sie nur, was auftaucht – an Gedanken, Gefühlen und/oder Impulsen. Alles darf da sein.

All das ist eine weitere Etappe zur wahren Selbstliebe!

Sich selbst wahrhaft liebende Menschen sind ein Segen für die Umwelt und so können wir alle etwas zum Weltfrieden beitragen.

Schön, dass es  Sie gibt und Sie hier sind.

Ihre

Brigitte H. Alsleben

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